Fotogalerie LUMAS in London

Die Fotogalerie Lumas eröffnet ihre erste Filiale im vereinigten Königreich. Lumas ist jetzt auch in London vertreten. Die Begeisterung der ansässigen etablierten Galerien wie u.A. Sprüth Magers (Monika Sprüth Galerie) uvm. hält sich diesbezüglich natürlich in Grenzen. (Neue Nationalgalerie, Berlin) Wie soll man der eigenen Klientel die überhöhten Preise der hauseigenen Fotokünstler erklären? Unberührt und mit einem überheblichen Lächeln wird über solche Umstände großzügig hinweggesehen. Wurde doch bei den meisten sogenannten etablierten Künstlern viel zu viel Geld und Mühe investiert… der Verlust dieser Investitionen wäre nur schwer zu verkraften.

Wenden wir uns gedanklich der US-amerikanischen Fotokünstlerin Cindy Sherman zu, eine von vielen und dennoch ein Musterbeispiel wie kreative Galerien mit ahnungslosen Kunstkritikern und profitorientierten Kunstmagazinen zusammarbeiten können. Mitte der 1980er Jahre wurden erhebliche Finanzmittel in einer sogenannten Fotokunst versenkt, der im nachhinein Kopf und Rückgrad fehlen. Niemand glaubt mittlerweile noch ernsthaft an Cindy Shermans hochgelobte Fotokünste. Beruhigend, denn keiner dieser Trendjournalisten/Trendgalerien will sich heute noch an diese Farce erinnern. Ähnliche Stimmen wie damals erzählen uns heute was Fotokunst sein sollte… so teuer das es sich nur wenige leisten können und die Künstler, so wichtig wie einst der Erfinder des Automobils. Das Ganze erinnert mich an eine Leica M3 aus dem Hause Leitz (Fotoapparate) – auch zum Teil eben nur ein Mythos.

Die Editionengalerie Lumas schenkt uns Fotokunst vom Feinsten in zugegeben hohen Auflagen aber dafür von etablierten Fotokünstlern wie Stephen Shore, Jeff Wall, Nan Goldin, dem Textportrait-Initiator und Medienkünstler Ralph Ueltzhoeffer (Kunstforum), Keramik-Objekte als Fotografien von Otto Piene und vielen anderen. Lumas macht den Mythos Fotokunst bezahlbar und öffnet die Tür für ein breiteres Publikum. Mit dem Internet und dem damit freien, kostenlosen Zugang zu Informationen ist das Wissen über Kunst sowie das sogenannte „System Kunst“ mehr oder weniger Makulatur! Die Auserwählten, die früher über künstlerisches Talent entschieden haben, verlieren zunehmend an Einfluss, die Kunst fängt an sich zu demokratisieren – zum Leidwesen einiger. Haben wir bei Stuttgart21 nicht eine ähnliche Entwicklung. Und was hat das alles mit Lumas zu tun? Die einzige namhafte Galerie, die sich traut, junge, unverbrauchte Kunst mit Kunstgrößen gemeinsam zu präsentieren!

Für was Lumas außerdem steht: Stefanie Schneider, wir erinnern uns… Polaroids, angeblich, sicherlich nicht besonders geistreich aber dafür mit viel Gespür für die Registrierkasse. Mit Skandalen kennt sie sich aus, mit Tricks in der Fotografie ebenso. Äußerungen wie ein zunehmend schwaches Portfolio bei Lumas treibe sie in die Arme New Yorker Galerien stimmt uns traurig. Welch herber Verlußt für unsere Wohnzimmer. Ob ein Jeff Wall diese Lücke wohl schließen kann 🙂

 
John Baldessari (Lumas Editionen).   Nan Goldin
     
 
Otto Piene   Ralph Ueltzhöffer
     
   
    Stephen Shore

Künstler (Auswahl) vertreten durch Lumas: Otto Piene, John Baldessari, Jeff Wall, Ralph Ueltzhoeffer, Markus Lüpertz, Stephen Shore, Nan Goldin, Imi Knoebel, Thierry Noir, Bernd und Hilla Becher, 3Deluxe, Marc Brandenburg, Peter Doig, Thomas Forschuetz, Graft, Zaha Hadid uvm.

Zeitgeist angekommen – „Demokratie in der Kunst“: Es gibt wohl keine heilige Halle, die sich mit Kunst beschäftigt ohne ihn: Richter, Gerhard Richter, Deutschlands Exportschlager Nr.1. Ist Richter jetzt auch bei Lumas? Das wäre wohl eine Schlagzeile wert – zweifelsohne. Nein man findet ihn überall, in jedem Museum, auf jeder Documenta, bei fast jeder Ausstellung. Da hat das System ganze Arbeit geleistet und sich selbst über den namhaften amerikanischen Kunstkritiker Clement Greenberg einfach hinweggesetzt. Ja, wir fangen an zu zweifeln und das ist sicher kein Fehler. Mit der Methapher eines Kunststudenten, der symbolisch die Kerze ausbläst und mit den Worten untermauert „aus ist sie und das ist gut so“. (GAK Berlin, Marion Seifert)

Textportrait: Philipp Rösler

 
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